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7 Haiku von Algirdas Pilvelis

 

Der Herbst naht, schon ahnt
der Roggen das Schwingen der
stählernen Sensen.

 

Den Rausch des Waldes
dröhnen die Orgelstämme.
Geheiligte Rast.

 

Der Erde Schwere
betrachtet uns stumm, schweigend,
aus jedem Steinchen.

 

So glitzert der Schnee,
dort am Berg, selbst die Sonne
könnte erblinden.

 

Schon kommt mit Flüssen
der Frühling, anmutig springt
er über die Schollen.

 

Nebel über Nebel –
im Dunstschleier die Treppe
in das Nirgendwo.

 

Vergebens sucht sie
den Anfang des Mohnsamens
die Große Welt.

 

Haiku: Algirdas Pilvelis, Vilnius
Übersetzung: Vytautas Karalius
Lektorat: Hans-Horst Skupy

 

Algirdas Pilvelis ist Feuilleton-Chef der Wochenzeitung „Lietuvos Aidas“ („Echo Litauens“). Die Übersetzungen stammen von Vytautas Karalius, seines Zeichens Celan-, Sachs-, Kunze- und Dürrenmatt-Übersetzer.

 

 

15.06.2011 auf www.Haiku-heute.de
Alle Rechte beim Autor und beim Übersetzer