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Mauer. Ein Dokumentarfilm                      
Udo Wenzel

Heißer Wüstenwind fegt rötlichen Staub über die Ebene. Die Sonne hinter der dünnen Wolkenschicht ist deutlich als Scheibe zu erkennen. Auf den Hügeln in der Ferne wachsen Olivenbäume. Herbst in Palästina.

Die Luft ist erfüllt vom Heulen des Windes und Bulldozerlärm. In regelmäßigen Abständen das Geräusch, wenn Stein an Stein sich reibt. Ein Kran fügt industriegefertigte meterhohe Betonelemente aneinander. Der Sperrwall verläuft an vielen Stellen durch palästinensisches Gebiet. Gewissenhaft achten die Bauarbeiter darauf, daß sich die Blöcke nahtlos aneinanderfügen.

Die Kamera verharrt jetzt auf einem Ausschnitt: Wir sehen eine arabische Stadt mit schlanken Minaretten und weißgetünchten Häusern. Wie viele Bewohner wohl von der Olivenernte leben, die jetzt eingebracht werden muß? Anfangs ist nur die linke Hälfte der Leinwand von der Barriere ausgefüllt. Konzentriert wird Steinblock um Steinblock auf die planierte Erde gestellt. Einige Minuten später wird der letzte Block zwischen Wall und rechtem Leinwandrand eingefügt und die Regisseurin läßt uns für eine lange Einstellung alleine mit dem von grauem Beton bestimmten Bild.

Olivenhain –
seit diesem Herbsttag
unerreichbar.

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Angeregt von dem Dokumentarfilm „Wall“ von Simone Bitton (Frankreich/Israel 2004)

 

 

Aktuell 09.02.2005 auf www.Haiku-heute.de, erstmals 08.11.2004
Alle Rechte bei Udo Wenzel, Hamburg